Apfelstrudel mit Strudelteig
Klassischer Apfelstrudel, der mit ein wenig Übung und dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung nicht so schwer zu machen ist. Am besten gleich 3 große Strudel machen und portionsweise einfrieren.
So geht es nach Wiener Art: Der ungesüßte Teig wird kurz ausgerollt und dann von Hand so dünn ausgezogen, dass das Küchentuch durchschimmert. In Butter geröstete Semmelbrösel saugen den Apfelsaft auf, Zimtzucker, Rosinen und Mandelstifte kommen nach Belieben dazu. Das Rezept ergibt drei große Strudel, die zusammen auf ein Backblech passen.

Zubereitung
- 1
Für den Strudelteig in einer Schüssel das Öl mit dem Ei verquirlen, Essig und Salz dazugeben, anschließend im Wechsel Wasser und Mehl unterrühren. Mit einem stabilen Kochlöffel aus Holz glatt rühren bzw. schlagen.
- 2
Den Teig mehrmals auf ein Holzbrett oder einen anderen Untergrund schlagen (quasi „draufwerfen“), damit er kleine Blasen bekommt. Den Teig dritteln und mit den Händen zu glatten Kugeln formen. Die Teigkugeln mit etwas Öl bestreichen, damit sie nicht austrocknen, auf ein Brett oder einen großen Teller legen, mit einer Schüssel abdecken und etwa 30 Minuten ruhen lassen.
30 Min
- 3
Währenddessen für die Füllung die Butter in einer Pfanne schmelzen und so viele Semmelbrösel dazugeben, wie die Butter aufsaugt. Etwas abkühlen lassen. Die Äpfel waschen, schälen und in kleine Stückchen schneiden.
- 4
Die Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben. Eine Teigkugel zuerst mit dem Nudelholz etwas ausrollen, dann mit den Händen über beiden Handrücken in der Luft größer ziehen. Wichtig: Vorher die Ringe ausziehen!
- 5
Ein Küchentuch auf die Arbeitsfläche legen, den Strudelteig darauflegen und mit den Fingern vorsichtig an den Rändern auf die richtige Größe ziehen. Das Ergebnis sollte ein Rechteck sein, das knapp so groß wie das Backblech ist. Der Teig hat die perfekte Dicke, wenn er hauchdünn ist und das Küchentuch durchschimmert, er aber noch keine Löcher hat. Ein paar kleine Löcher sind aber auch nicht schlimm.
- 6
Den Teig mit rund einem Drittel der Butter-Semmelbrösel-Mischung und einem Drittel der Äpfel belegen, dabei einen Rand freilassen. Nach Belieben Zimtzucker, Rosinen und Mandelstifte darüberstreuen.
- 7
Die belegte Teigplatte an den kurzen Seiten einklappen, sodass nichts herauslaufen kann. Mithilfe des Küchentuchs von der langen Seite her zu einem Strudel aufrollen. Den Strudel mit dem Tuch auf ein mit Backpapier belegtes Blech heben; die Naht (dort, wo sich die Enden überlappen) sollte unten liegen.
- 8
Das Eigelb mit einer Gabel verquirlen und den ersten Strudel damit bestreichen. Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Mit den zwei übrigen Teigkugeln alle Schritte wiederholen und die Strudel zum Schluss ebenfalls bestreichen. Die 3 Strudel passen dicht nebeneinander auf ein großes Backblech.
- 9
Die Apfelstrudel etwa 40 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Mit Puderzucker bestäuben und pur oder mit Vanillesoße oder Vanilleeis genießen.
40 Min
Ago's Tipps
- Am besten eignet sich (doppel-)griffiges Mehl, etwas gröber als normales Mehl, aber feiner als Grieß; alternativ Type 550.
- Als Äpfel eignen sich Früchte aus dem eigenen Garten oder Sorten wie Braeburn oder Elstar – eigentlich geht jede Lieblingssorte.
- Traditionell wird die Füllung nach Belieben mit Zimt, Zitronenschale, eventuell etwas Rum sowie Mandeln oder Nüssen verfeinert.
- Die in Butter gerösteten Semmelbrösel schmecken nicht nur gut, sondern saugen auch den Saft auf, den die Äpfel beim Backen abgeben.
- Den Teig so dünn ausziehen, dass man durch ihn eine Zeitung lesen könnte – so sagt es die Oma der Autorin immer.
- Der Teig enthält keinen Zucker und eignet sich daher auch für herzhafte Strudel wie Gemüsestrudel.
- Wenn es schnell gehen soll, fertigen Strudelteig kaufen und nur die Füllung aus diesem Rezept zubereiten.
- Am besten gleich alle 3 Strudel backen und portionsweise einfrieren.
Ich liebe, wie dieser Strudel gelingt: eine dünne, knusprige Hülle um weiche Äpfel, die noch etwas Biss haben. Das ist ruhiges Backen mit den Händen, ohne Küchenmaschine und ohne gekauften Teig, nur ein Teig, der über den Handrücken hauchdünn wird. In Südtirol macht man Apfelstrudel meist mit Blätter- oder Mürbeteig, deshalb wirkt dieser ausgezogene Wiener Teig auf mich leichter und feiner als die italienischen Varianten, die ich kenne. Der Geschmack ist buttrig und angenehm süß, mit Zimt, saftigen Äpfeln und den knusprig gerösteten Bröseln.


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